Bedenken gegenüber einem Einsatz von KI im Unternehmen messen und mit partizipativen Ansätzen vermeiden

Viele Unternehmen beschäftigen sich mit der Einführung KI-gestützter Systeme. Die sich hochdynamisch weiterentwickelnde Technologie verspricht riesige Effizienzgewinne in vielerlei Anwendungsfeldern (Schaller et al. 2023). Jedoch sind Mitarbeitende nicht immer von Beginn an begeistert davon, dass nun KI eingesetzt werden (Peukert 2025). Vielfältige Bedenken könnten eine Rolle spielen, bspw. dazu, ob der eigene Arbeitsplatz in Gefahr gerät, man mit den neuen Anforderungen zurechtkommen wird und die Technik bzgl. des Datenschutzes überhaupt sicher ist.

Wenn Ängste und Bedenken gegenüber KI aber nicht ernst genommen werden, droht die Akzeptanz der Technologie durch die Mitarbeitenden zu leiden. Dann wird ein System nicht, nicht richtig oder nicht gerne genutzt, es werden Fehler gemacht oder sogar die Verwendung der Technologie aktiv verweigert. Ein KI-System kann aber nur dann einen Mehrwert im Unternehmen bringen, wenn es von den Nutzerinnen und Nutzern korrekt und auch bereitwillig verwendet wird.

Daher ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor rund um die Einführung von KI, die Bedenken der Belegschaft zu kennen und möglichst umfassend zu zerstreuen. Im Rahmen der Qualifizierungs- und Beratungsangebote des Zukunftszentrums KI für Hessen ZUKIPRO wurde daher ein Befragungsinstrument konzipiert, das wesentliche Ängste und Bedenken gegenüber KI-Einsatzmessbar macht. Erste Ergebnisse aus dem Einsatz in zwei Unternehmen mit insg. rund 150 Befragten weisen darauf hin, dass Mitarbeitende offen für neue Technologien sind (Siehe Abbildung 1), eine hohe Bereitschaft zeigen, sich dafür notfalls zu qualifizieren und in der KI für die eigene Arbeit überwiegend Vorteile erkennen. Bedenken, der eigene Arbeitsplatz könnte überflüssig werden, stehen weniger im Vordergrund. Gleichwohl besteht bei den Mitarbeitenden ein hoher Bedarf an Information zu den geplanten Veränderungen und an frühzeitige Einbindung in Auswahl und Gestaltung der Systeme. Dass das Unternehmen eine erkennbare Strategie mit dem KI-Einsatz verfolgt und transparent kommuniziert, wird deutlich höher gewichtet als der Wunsch, die Algorithmen im Einzelnen verstehen und die Vorschläge einer KI bis ins Detail nachvollziehen zu können.

Auf Basis der Befragungsergebnisse werden in partizipativen und hierarchieübergreifenden Workshop-Formaten unternehmensspezifische Lösungen entwickelt, wie der KI-Einsatz so gestaltet werden kann, dass Bedenken reduziert und eine hohe Akzeptanz bei Mitarbeiten erreicht werden. Denn letztlich ist die Lösung denkbar einfach: Unternehmensleitungen sollen vor der Beschaffung einer KI-Technologie ihre Mitarbeitenden darüber informieren und sie einbeziehen. Die späteren Nutzerinnen und Nutzer wissen, was das System können muss und welche Herausforderungen aus der Praxis dabei auftauchen können. Und sie können ihre Bedenken formulieren. Werden die von Anfang an ernstgenommen, können sie zumeist gelöst werden, ohne das KI-System völlig umzukrempeln. Meistens sind dafür nur einfache Dinge wie klare Informationen, möglicherweise Einsatzregeln und bestimmte Richtlinien, was ein System nicht darf, notwendig. Der Einbezug der Mitarbeitenden von Anfang an reduziert die Ängste und Bedenken, erhöht die Akzeptanz und Motivation, mit einer Technologie zu arbeiten, und steigert dadurch die Erfolgsaussichten einer KI-Einführung erheblich.

 

Abbildung 1: Offenheit gegenüber dem Einsatz von KI (Eigene Darstellung)

 

Steht Ihr Unternehmen kurz vor der Einführung von KI-Tools oder spielt mit dem Gedanken, diese einzuführen? Dann sollten die Mitarbeitenden auf diesem Weg unbedingt mit eingebunden werden. Hier kann Ihnen unser Befragungsinstrument helfen, um ein Stimmungsbild abzufangen und den Mitarbeitenden zu zeigen, dass sie gehört werden. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf über unsere zugehörige Website: https://www.zukipro.de/befragungsinstrument-kmu/. Gerne können wir die Befragung auch im Zuge einer vertiefenden Beratung durch ZUKIPRO anbieten, um neben der Befragung auch die nächsten Schritte hin zur Einführung gemeinsam mit Ihnen zu koordinieren.

 

Quellen: 

Peukert, M. (2025). Ängste und Bedenken gegenüber KI abbauen. In: Peukert, M. (2025). KI-Mindset entwickeln, S.71-78. Springer Gabler, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-47902-2_6.

Schaller, D., Wohlrabe, K., & Wolf, A. (2023). KI, Cloud Computing und Blockchain – wo steht die deutsche Wirtschaft? In: Künstliche Intelligenz: Chance oder Gefahr? Wie verändert der Ein-satz von KI unsere Gesellschaft? ifo Schnelldienst, 76(8), S. 3–28.

https://hdl.handle.net/10419/279729.

 

Autoren und Ansprechpartner:

Dr. Frank Eierdanz und Tristan Schady (beide Institut für Technologie und Arbeit e.V.)