Interview mit den Zweitplatzierten des ZUKIPRO-Awards 2025: Digitale Komplizen

Im Rahmen unseres Zukunftsforums wurde in der IHK Kassel-Marburg am 23. September 2025 der ZUKIPRO-Award für eine nachhaltige KI-Lösung verliehen. Der Preis wurde gesponsert durch das Technologieland Hessen. Hier finden Sie ein Interview mit Curtis Große und Daniel Carl von Digitale Komplizen, die mit Ihrer Plattform KOMIQ den 2. Platz des ZUKIPRO-Awards belegt haben. 

 

  1. Können Sie uns Ihre KI-Lösung in wenigen Worten vorstellen? Was war der Ausgangspunkt oder das Problem, das Sie damit lösen wollten?

KOMIQ ist eine Plattform, in der Mitarbeitende ihre Prozesse strukturiert erfassen. Die einzelnen Prozessschritte werden anschließend durch eine KI in BPMN 2.0-Standard überführt. Somit können mit unserer Lösung ohne Prozessmanagementwissen Prozesse in hoher Qualität erfasst werden. Im Editor können diese anschließend bearbeitet und exportiert werden. Auf KOMIQ werden passend zu den fertigen Prozessen digitale Lösungen sichtbar gemacht und deren Wirkung in der Organisation in Euro ausgewiesen.

Ausgangspunkt war die Frage, wie Organisationen – ob Kommune oder KMU – trotz begrenzter Kapazitäten erkennen können, welche Aufgaben zuerst erledigt werden müssen. Wir wollten ein Werkzeug schaffen, das Orientierung gibt, ohne zusätzliche Projektlast zu erzeugen.

 

  1. In welchen Bereichen oder Branchen kann Ihre Lösung besonders effektiv eingesetzt werden? Haben Sie bereits erste praktische Anwendungen oder Pilotprojekte?

KOMIQ wird aktuell in mehreren hessischen Verwaltungen und zunehmend auch in mittelständischen Unternehmen eingesetzt. Die Plattform unterstützt bei Prozessaufnahme, Priorisierung und der Auswahl passender digitaler Werkzeuge. Praxisbeispiele kommen aus Bad Soden-Salmünster und dem Lahn-Dill-Kreis. So konnten wir mit der Stadt Bad Soden-Salmünster den Digital-Award 2025 der Kommunale gewinnen.

Erste KMU starten Anfang 2026 mit der strukturierten Erfassung ihrer Abläufe, um Engpässe und Optimierungspotenziale frühzeitig sichtbar zu machen.

 

  1. Welche Hürden oder Schwierigkeiten mussten Sie im Entwicklungsprozess überwinden? Und was haben Sie daraus gelernt?

Die größte Herausforderung war die Balance zwischen fachlicher Tiefe und einfacher Anwendung. Viele Mitarbeitenden haben kein Prozessmanagement-Wissen und brauchen es in Ihrer täglichen Arbeit auch nicht. Daher mussten wir die Erfassung so gestalten, dass ein geführter Fragebogen ausreicht. Die automatische Überführung in BPMN 2.0 war dafür ein zentraler Schritt. Gelernt haben wir: Die Lösung muss sich dem Arbeitsalltag anpassen, nicht umgekehrt.

 

  1. Wie sehen Sie die Zukunft Ihrer Lösung? Welche nächsten Schritte oder Erweiterungen sind geplant?

KOMIQ entwickelt sich zu einem Werkzeug, das Prozesse, Lösungen und Wirkung übergreifend zusammenführt. Nächste Schritte sind automatisierte kommunale und betriebliche Roadmaps, eine noch präzisere Rollenbetrachtung und ein wachsender Marktplatz, der Erfahrungen aus Verwaltung und Mittelstand bündelt. Damit können Organisationen schneller entscheiden, welche Maßnahmen echten Nutzen bringen.

 

  1. Was bedeutet der 2. Platz beim ZUKIPRO-Award für Sie persönlich und für Ihr Team? Welchen Einfluss erhoffen Sie sich dadurch auf die weitere Entwicklung Ihrer Arbeit und die Verbreitung Ihrer Lösung?

Der zweite Platz zeigt uns, dass Klarheit und Wirkungsorientierung nicht nur Thema der Kommunen sind, sondern für KMU genauso relevant werden. Die Auszeichnung gibt unserem Team Rückenwind und öffnet Türen zu weiteren Partnern. Wir erhoffen uns davon zusätzliche Sichtbarkeit und mehr Austausch mit Organisationen, die ihre Abläufe transparent machen und Entscheidungen fundierter treffen möchten.

     

Hintergrund:

Die Digitalen Komplizen unterstützen Kommunen und KMU dabei, Orientierung zu gewinnen, klare Entscheidungen zu treffen und moderne Arbeitsweisen im Alltag zu verankern. Der Ansatz verbindet praktische Erfahrung aus Verwaltungsmodernisierung, Prozessarbeit und Organisationsentwicklung.

Kern des Angebots ist KOMIQ, die Plattform für Prozesse, Lösungen und Wirkung. KOMIQ zeigt, was Abläufe tatsächlich kosten, wo Kapazitäten fehlen und welche Aufgaben Priorität haben. Gleichzeitig macht der integrierte Marktplatz sichtbar, welche digitalen Werkzeuge zu den erkannten Problemen passen und wie sie sich in anderen Kommunen/ KMU bewährt haben. Führung erhält damit eine belastbare Grundlage, um Veränderungen gezielt umzusetzen – ohne langwierige IT-Projekte.

Neben der Plattform bieten die Digitalen Komplizen Workshops, die Digitalisierung greifbar machen. Dazu gehören Formate zur Prozessaufnahme, Priorisierung, KI-Nutzung, aber auch längere Programme, in denen Teams konkrete Vorhaben entwickeln und umsetzen. Die Workshops sind so gestaltet, dass sie schnell Wirkung erzeugen und direkt in bestehende Strukturen passen.

Darüber hinaus werden Kommunen und KMU in Projekten begleitet, etwa bei der Einführung digitaler Werkzeuge, der Optimierung von Abläufen oder der Erstellung von Entscheidungsgrundlagen für Politik und Führung. Die Digitalen Komplizen arbeiten eng mit den Teams vor Ort, damit Veränderungen realistisch bleiben und im Alltag funktionieren.

Die Digitalen Komplizen verbinden Werkzeug, Wissen und Zusammenarbeit – für praktische Ergebnisse, die spürbar entlasten.